Turmalin: Farben, Eigenschaften und besondere Varietäten

Turmalin gehört zu den farbenreichsten Edelsteingruppen überhaupt. Von Schwarz und Grün über Blau, Rosa und Rot bis zu mehrfarbigen Wassermelonen-Turmalinen ist nahezu jede Farbe möglich. Erfahren Sie, wie die Farben entstehen, was Rubellit, Indigolith und Paraíba-Turmalin unterscheidet und warum Turmalin sogar elektrische Eigenschaften besitzt.

 

Kaum ein anderer Schmuckstein besitzt eine so große Farbvielfalt wie Turmalin. Die Turmalingruppe umfasst Steine in nahezu allen Farbtönen – von Schwarz, Braun und Grün über Blau, Gelb und Rosa bis zu kräftigem Rot und sogar farblosen Exemplaren. Besonders faszinierend sind Kristalle, in denen mehrere Farben gleichzeitig auftreten.

Hinter dieser Vielfalt steckt eine komplexe Mineralchemie. Turmalin ist nicht nur ein einzelnes Mineral, sondern eine Gruppe eng verwandter Mineralarten. Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung sowie Spurenelemente während des Kristallwachstums können Farbe und andere Eigenschaften deutlich verändern.

Kurz erklärt:
Turmalin gehört zu den farbenreichsten Edelsteingruppen überhaupt. Es gibt unter anderem schwarze, braune, grüne, blaue, gelbe, rosa, rote und farblose Turmaline. Mehrfarbige Kristalle sind ebenfalls verbreitet. Besonders bekannt sind Rubellit, Indigolith, Paraíba-Turmalin und Wassermelonen-Turmalin. Mit einer Mohshärte von etwa 7 bis 7,5 eignet sich Turmalin grundsätzlich gut für Schmuck.

Was ist Turmalin?

Turmalin bezeichnet eine Gruppe eng verwandter Bor-Silikat-Minerale mit komplexer chemischer Zusammensetzung. Innerhalb der Turmalingruppe werden zahlreiche Mineralarten unterschieden.

Zu den wichtigen Arten gehören beispielsweise Elbait, Dravit und Schörl. Ein großer Teil der farbigen Turmaline, die als Schmucksteine verwendet werden, gehört zum Elbait.

Die verschiedenen Turmalinarten besitzen eine ähnliche Kristallstruktur, unterscheiden sich jedoch in ihrer chemischen Zusammensetzung. Genau diese Variabilität trägt wesentlich zur außergewöhnlichen Farbpalette bei.

Welche Farben kann Turmalin haben?

Turmalin besitzt eine der breitesten Farbpaletten unter den Schmucksteinen. Möglich sind unter anderem:

  • schwarz,
  • braun,
  • grün,
  • blau,
  • türkisblau,
  • gelb,
  • orange,
  • rosa,
  • rot,
  • violett und
  • farblos.

Ein einzelner Kristall kann außerdem mehrere Farben besitzen. Solche Steine werden als mehrfarbige beziehungsweise parti-colored Turmaline bezeichnet.

Warum gibt es Turmalin in so vielen Farben?

Die Farbe hängt von der chemischen Zusammensetzung des jeweiligen Turmalins und von Spurenelementen beziehungsweise Farbzentren ab.

Die vereinfachte Aussage „ein bestimmtes Element erzeugt immer eine bestimmte Farbe“ ist allerdings zu grob. Bei Turmalin können unterschiedliche chemische Mechanismen zu ähnlichen Farbtönen führen.

Farbe Mögliche Ursache
Grün und Blau Spuren von Eisen und möglicherweise Titan können verschiedene Grün- und Blautöne verursachen.
Rosa und Rot Mangan spielt bei zahlreichen rosa und roten Turmalinen eine wichtige Rolle.
Intensives Grün Bei sogenanntem Chrome-Turmalin können Vanadium und Chrom beteiligt sein. Trotz des Namens ist häufig Vanadium der entscheidende Farbgeber.
Paraíba-Farben Kupfer kann die auffälligen blaugrünen bis violettblauen Farben kupferhaltiger Paraíba-Turmaline hervorrufen.
Schwarz Schörl ist typischerweise eisenreich und meist schwarz bis sehr dunkel gefärbt.

Bei manchen rosa und gelben Turmalinen können zusätzlich Farbzentren eine Rolle spielen, die unter anderem durch natürliche oder künstliche Bestrahlung beeinflusst werden können.

Was ist Wassermelonen-Turmalin?

Wassermelonen-Turmalin ist ein mehrfarbiger Turmalin mit einem typischerweise rosa Zentrum und einer grünen äußeren Zone.

Wird ein entsprechender Kristall quer zur Wachstumsrichtung geschnitten, erinnert die Farbanordnung tatsächlich an eine aufgeschnittene Wassermelone: innen rosa bis rot, außen grün.

Deshalb werden geeignete Kristalle häufig in dünne Scheiben geschnitten, um die konzentrische Farbzonierung sichtbar zu machen.

Die Farbzonen entstehen während des Kristallwachstums. Verändert sich die chemische Zusammensetzung der mineralbildenden Umgebung, kann eine neu wachsende Kristallzone eine andere Farbe besitzen als die vorhergehende.

Was bedeutet mehrfarbiger oder Bicolor-Turmalin?

Nicht jeder mehrfarbige Turmalin ist ein Wassermelonen-Turmalin. Farbwechsel können innerhalb eines Kristalls auf unterschiedliche Weise angeordnet sein.

Ein Kristall kann beispielsweise:

  • von Rosa zu Grün wechseln,
  • grüne und blaue Bereiche besitzen,
  • mehrere aufeinanderfolgende Farbzonen zeigen oder
  • ein andersfarbiges Inneres und eine äußere Wachstumszone besitzen.

Der Oberbegriff für solche Steine ist häufig parti-colored Tourmaline. Bei zwei deutlich abgegrenzten Farben wird auch von Bicolor-Turmalin gesprochen.

Welche bekannten Turmalin-Varietäten gibt es?

Bezeichnung Typische Bedeutung
Rubellit Handelsname für kräftig rosa bis rote beziehungsweise purpurrote Turmaline.
Indigolith Bezeichnung für blaue bis grünlich-blaue Turmaline.
Paraíba-Turmalin Kupferhaltiger Turmalin mit besonders intensiven blaugrünen, grünen oder violettblauen Farbtönen.
Chrome-Turmalin Intensiv grüner Turmalin, dessen Farbe durch Vanadium, Chrom oder beide Elemente beeinflusst werden kann.
Wassermelonen-Turmalin Mehrfarbiger Turmalin mit rosa beziehungsweise rotem Zentrum und grüner äußerer Zone.
Schörl Eisenreicher, typischerweise schwarzer Vertreter der Turmalingruppe.

Warum ist Paraíba-Turmalin besonders bekannt?

Paraíba-Turmaline sind für außergewöhnlich intensive blaugrüne bis violettblaue Farben bekannt. Eine wichtige Ursache ist Kupfer in der chemischen Zusammensetzung.

Der Name geht auf Funde im brasilianischen Bundesstaat Paraíba zurück. Später wurden ebenfalls kupferhaltige Turmaline aus anderen Ländern entdeckt.

Bei hochwertigen Steinen kann die genaue Herkunft für die Bewertung relevant sein. Ein bekannter Fundort allein macht einen Turmalin jedoch nicht automatisch hochwertig: Farbe, Reinheit, Größe, Schliff und weitere Merkmale bleiben entscheidend.

Ist Turmalin wirklich elektrisch?

Ja. Turmalin besitzt besondere elektrische Eigenschaften. Wird ein Turmalinkristall erwärmt beziehungsweise abgekühlt, können sich elektrische Ladungen an seinen Enden bilden. Dieses Verhalten wird als Pyroelektrizität bezeichnet.

Turmalin ist außerdem piezoelektrisch: Mechanischer Druck kann ebenfalls eine elektrische Polarisation hervorrufen.

Die häufig verwendete Formulierung, man müsse einen Turmalin lediglich „reiben“, um ihn elektrisch aufzuladen, beschreibt die physikalischen Eigenschaften daher nur ungenau. Die wissenschaftlich besser belegten Phänomene sind die pyroelektrische Aufladung durch Temperaturänderung und die piezoelektrische Reaktion auf mechanischen Druck.

Historisch fiel auf, dass aufgeladene Turmalinkristalle leichte Partikel wie Staub anziehen können. Diese Eigenschaft trug früh zum wissenschaftlichen Interesse an dem Mineral bei.

Wie hart ist Turmalin?

Turmalin erreicht ungefähr 7 bis 7,5 auf der Mohs-Skala. Damit besitzt er eine gute Kratzfestigkeit und eignet sich grundsätzlich für verschiedene Schmuckarten.

Eigenschaft Turmalin
Mineralogische Einordnung Gruppe eng verwandter Bor-Silikat-Minerale
Mohshärte etwa 7 bis 7,5
Farben Nahezu alle Farbtöne einschließlich mehrfarbiger Kristalle
Besondere Eigenschaften Pyroelektrisch und piezoelektrisch; manche Exemplare zeigen Katzenaugeneffekt

Die Mohshärte beschreibt allerdings hauptsächlich die Widerstandsfähigkeit gegen Kratzer. Auch ein harter Edelstein kann durch einen starken Stoß beschädigt werden.

Eignet sich Turmalin für Ringe, Anhänger und Ohrringe?

Mit seiner Mohshärte von 7 bis 7,5 ist Turmalin vielseitig als Schmuckstein einsetzbar.

Er wird unter anderem verarbeitet zu:

  • Ringen,
  • Anhängern,
  • Ohrringen,
  • Colliers und
  • Armbändern.

Bei Ringen ist trotzdem ein bewusster Umgang sinnvoll, da diese im Alltag häufiger Stößen ausgesetzt sind als Ohrringe oder Anhänger.

Turmalin-Schmuck bei Kaufbei

Im aktuellen eigenen Produktsortiment von kaufbei.tv befindet sich derzeit kein passender Turmalin-Schmuckartikel. Auf dem Kaufbei-Marktplatz sind jedoch einzelne Schmuckstücke mit Turmalin verfügbar.

Ein Beispiel ist ein SOKOLOV Anhänger aus 925er Silber mit grünem Turmalin. Da Marktplatzsortimente wechseln können, sollte vor dem Kauf die aktuelle Produktbeschreibung und Verfügbarkeit geprüft werden.

Passendes Schmuckstück bei Kaufbei:
SOKOLOV Anhänger aus 925er Silber mit grünem Turmalin.

Wie reinigt man Turmalin-Schmuck?

Für Turmalin empfiehlt sich eine schonende Reinigung mit warmem Wasser, milder Seife und einem weichen Tuch beziehungsweise einer weichen Bürste.

Turmalin gilt grundsätzlich als stabil gegenüber Licht und vielen Chemikalien, starke Hitze kann den Stein jedoch beschädigen. Außerdem können Einschlüsse oder vorhandene Behandlungen die Eignung für bestimmte Reinigungsmethoden beeinflussen.

Für die regelmäßige Pflege empfiehlt sich deshalb:

  • lauwarmes bis warmes Wasser und milde Seife verwenden,
  • aggressive Haushaltsreiniger vermeiden,
  • starke Temperaturwechsel vermeiden,
  • Schmuck vor schwerer Haus- oder Gartenarbeit ablegen,
  • bei hochwertigen oder behandelten Steinen im Zweifel auf Ultraschall- und Dampfreinigung verzichten.

Mehr zur Pflege empfindlicher Schmucksteine finden Sie im Kaufbei Magazin unter Steine, die nicht mit aggressiven Reinigungsmitteln gereinigt werden dürfen.

Ist jeder Turmalin natürlich?

Beim Kauf sollte immer auf die genaue Produktbezeichnung geachtet werden. Auf dem Markt können neben natürlichen Turmalinen auch Imitationen oder anders bezeichnete Materialien angeboten werden.

Eine Bezeichnung wie „synthetischer Turmalin“, „Turmalinfarbe“ oder „turmalinfarben“ ist nicht automatisch dasselbe wie ein natürlicher Turmalin.

Bei einem hochwertigen Schmuckstein sollte deshalb klar erkennbar sein:

  • welcher Stein tatsächlich eingesetzt wurde,
  • ob Behandlungen bekannt sind,
  • wie groß beziehungsweise schwer der Stein ist und
  • bei entsprechend hohem Wert, ob eine unabhängige gemmologische Untersuchung vorliegt.

Welche Turmalinfarbe ist am wertvollsten?

Es gibt keine einzelne Turmalinfarbe, die automatisch immer am wertvollsten ist. Besonders gefragt sind jedoch häufig intensive und reine Rot-, Blau- und Grüntöne.

Eine besondere Marktstellung besitzen hochwertige kupferhaltige Paraíba-Turmaline mit intensivem blaugrünem bis violettblauem Erscheinungsbild.

Der tatsächliche Wert hängt aber immer von mehreren Faktoren ab:

  • Farbe und Farbsättigung,
  • Reinheit,
  • Größe,
  • Schliff,
  • Behandlungen,
  • Herkunft bei bestimmten Varietäten und
  • Nachfrage.

Warum ist Turmalin für Sammler interessant?

Kaum eine andere Edelsteingruppe verbindet eine derart große Farbpalette mit komplexen Farbzonierungen und unterschiedlichen mineralogischen Arten.

Ein Sammler kann deshalb beispielsweise schwarzen Schörl, roten Rubellit, blauen Indigolith, grünen Turmalin, Wassermelonen-Turmalin und kupferhaltigen Paraíba-Turmalin nebeneinanderlegen – obwohl alle zur selben großen Mineralgruppe gehören.

Gerade die Übergänge und Farbzonen innerhalb einzelner Kristalle machen Turmalin zusätzlich interessant, weil der Kristall während seines Wachstums Veränderungen seiner chemischen Umgebung dokumentieren kann.

Häufige Fragen zu Turmalin

Was ist Turmalin?

Turmalin ist keine einzelne Mineralart, sondern eine Gruppe eng verwandter Bor-Silikat-Minerale. Viele Vertreter werden aufgrund ihrer Farbe und Transparenz als Schmucksteine verwendet.

Welche Farben gibt es bei Turmalin?

Turmalin kann praktisch in allen wichtigen Farbbereichen auftreten: Schwarz, Braun, Grün, Blau, Gelb, Orange, Rosa, Rot, Violett und sogar farblos.

Warum hat Turmalin so viele Farben?

Die Farbe hängt von der komplexen chemischen Zusammensetzung, Spurenelementen und teilweise Farbzentren ab. Eisen, Mangan, Kupfer, Vanadium und Chrom können je nach Turmalinart eine Rolle spielen.

Was ist Wassermelonen-Turmalin?

Wassermelonen-Turmalin ist ein mehrfarbiger Turmalin mit rosa oder rotem Zentrum und einer grünen äußeren Zone. Quer geschnitten erinnert die Farbverteilung an eine Wassermelone.

Was ist Rubellit?

Rubellit ist eine Handelsbezeichnung für intensiv rosa bis rote beziehungsweise purpurrote Turmaline.

Was ist Indigolith?

Indigolith bezeichnet blaue bis grünlich-blaue Turmaline.

Was ist Paraíba-Turmalin?

Paraíba bezeichnet kupferhaltige Turmaline mit besonders intensiven blaugrünen, grünen oder violettblauen Farben. Die ersten bekannten Funde stammen aus dem brasilianischen Bundesstaat Paraíba.

Ist Turmalin elektrisch?

Ja. Turmalin ist pyroelektrisch und piezoelektrisch. Temperaturänderungen beziehungsweise mechanischer Druck können elektrische Ladungen beziehungsweise Polarisation hervorrufen.

Wie hart ist Turmalin?

Turmalin erreicht etwa 7 bis 7,5 auf der Mohs-Skala und besitzt damit eine gute Kratzfestigkeit für Schmuck.

Kann Turmalin jeden Tag getragen werden?

Grundsätzlich ja. Wegen seiner Mohshärte eignet sich Turmalin für viele Schmuckarten. Ringe sollten dennoch bei Arbeiten mit erhöhtem Stoßrisiko abgelegt werden.

Wie reinigt man Turmalin?

Warm beziehungsweise lauwarm mit milder Seife zu reinigen ist die bevorzugte Methode. Starke Hitze und aggressive Reinigungsmittel sollten vermieden werden.

Ist schwarzer Turmalin auch Turmalin?

Ja. Der überwiegend schwarze Schörl gehört zur Turmalingruppe und ist typischerweise reich an Eisen.

Kann ein Turmalin mehrere Farben gleichzeitig haben?

Ja. Farbzonierungen sind bei Turmalin besonders bekannt. Ein einzelner Kristall kann zwei oder sogar mehrere deutlich unterschiedliche Farbbereiche besitzen.

Fazit: Eine Mineralgruppe mit außergewöhnlicher Farbvielfalt

Die Aussage, Turmalin komme „fast in allen Farben“ vor, trifft den besonderen Charakter dieser Edelsteingruppe tatsächlich gut. Wissenschaftlich präziser ist allerdings, Turmalin als Gruppe verschiedener Mineralarten zu verstehen und die Farbursachen nicht auf eine einfache Zuordnung einzelner Elemente zu reduzieren.

Vom schwarzen Schörl über roten Rubellit und blauen Indigolith bis zum mehrfarbigen Wassermelonen-Turmalin reicht eine außergewöhnliche Palette. Besonders begehrte kupferhaltige Paraíba-Turmaline erweitern sie um intensive blaugrüne und violettblaue Farbtöne.

Zusätzlich besitzt Turmalin mit seiner Pyro- und Piezoelektrizität physikalische Eigenschaften, die schon lange wissenschaftliches Interesse wecken. Eine Mohshärte von etwa 7 bis 7,5 macht viele Turmaline gleichzeitig zu gut geeigneten Schmucksteinen.

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