Wie trägt man Parfüm richtig auf, damit sich der Duft schön entfaltet und länger hält?
Wo und wie sollte man Parfüm richtig auftragen? Der Artikel erklärt, warum die Handgelenke nicht aneinandergerieben werden sollten, ob Parfüm auf Kleidung und Haare gehört und wie ein Duft länger wahrnehmbar bleibt, ohne mehr davon zu verwenden.
Manchmal genügt eine einzige Bewegung: Parfüm auf das Handgelenk sprühen, beide Handgelenke aneinanderreiben und anschließend noch etwas Duft am Hals verteilen. Viele Menschen verwenden Parfüm seit Jahren auf diese Weise, ohne darüber nachzudenken, dass diese vertraute Methode nicht unbedingt die beste ist.
An manchen Hautstellen kann sich eine Duftkomposition intensiver entfalten, an anderen wirkt sie dezenter und hält länger. Auf Kleidung bleibt ein Duft anders haften als auf der Haut, und nicht jedes Parfüm eignet sich zum Aufsprühen auf die Haare. Auch die Zahl der Sprühstöße sagt nicht zwangsläufig etwas über die Haltbarkeit aus: Mehr Parfüm macht einen Duft meist nur intensiver, verlängert aber nicht unbedingt seine Wirkung.
Damit ein Parfüm seinen Charakter vollständig entfalten kann, spielen neben der Auftragestelle auch der Hautzustand, die Lufttemperatur, die Duftkonzentration und die eigene Geruchswahrnehmung eine Rolle.
Wo trägt man Parfüm am besten auf?
Parfüm wird häufig auf die sogenannten Pulspunkte aufgetragen. Das sind Körperstellen, an denen die Blutgefäße relativ dicht unter der Hautoberfläche verlaufen. Dazu gehören die Handgelenke, der Hals, der Bereich hinter den Ohren und die Innenseiten der Ellenbogen.
Diese Stellen sind meist etwas wärmer. Dadurch verdampfen die Duftstoffe schneller und werden deutlicher wahrnehmbar. Das Parfüm entfaltet zunächst seine Kopfnoten und geht anschließend allmählich in die Herz- und Basisnoten über.
Eine wärmere Hautstelle sorgt jedoch nicht automatisch für eine längere Haltbarkeit. Wärme verstärkt zwar die Duftentwicklung, beschleunigt aber gleichzeitig das Verdampfen besonders flüchtiger Bestandteile. Deshalb kann ein Parfüm am Hals intensiver wirken, während es am Unterarm oder in der Ellenbeuge ruhiger und länger wahrnehmbar bleibt.
Für den Alltag genügt es meistens, zwei oder drei Bereiche auszuwählen. Beispielsweise kann man den Duft am Hals und auf einem Handgelenk oder auf den Innenseiten der Ellenbogen auftragen. Es ist nicht notwendig, alle Pulspunkte gleichzeitig zu besprühen. Besonders intensive Duftkompositionen können dadurch schnell zu dominant werden.
Warum sollte man die Handgelenke nicht aneinanderreiben?
Nach dem Auftragen von Parfüm drücken viele Menschen ihre Handgelenke automatisch zusammen und reiben sie aneinander. Häufig wird behauptet, dass die Reibung die Duftmoleküle „zerstöre“. Wörtlich genommen stimmt das nicht. Trotzdem ist es besser, auf diese Gewohnheit zu verzichten.
Durch das Reiben wird die noch feuchte Hautoberfläche erwärmt. Dadurch verdunsten Alkohol und besonders leichte Duftbestandteile schneller. Die Kopfnoten können früher verschwinden, sodass der Auftakt der Komposition weniger deutlich wahrgenommen wird.
Außerdem vermischt sich das Parfüm durch die Reibung stärker mit dem natürlichen Hautfett. Der Duft wird dadurch nicht zerstört, kann sich aber etwas anders entwickeln.
Am besten sprüht man das Parfüm auf und lässt es von selbst trocknen. Wird ein Flakon ohne Zerstäuber verwendet, kann der Duft vorsichtig mit der Fingerspitze aufgetragen werden, ohne ihn in die Haut einzureiben.
Sollte man Parfüm nach dem Duschen auftragen?
Saubere Haut ohne andere intensive Gerüche bildet eine gute Grundlage für ein Parfüm. Deshalb ist es praktisch, den Duft nach dem Duschen aufzutragen, wenn die Haut bereits abgetrocknet ist, aber noch eine gewisse natürliche Feuchtigkeit besitzt.
Alkoholhaltiges Parfüm sollte jedoch nicht auf nasse Haut gesprüht werden. Wassertropfen können die Verteilung des Produkts verändern, außerdem kann ein Teil des Duftes zusammen mit der restlichen Feuchtigkeit abgewischt werden.
Bei trockener Haut kann zuvor eine neutrale Creme oder Körperlotion ohne starken Eigengeruch verwendet werden. Gut gepflegte Haut hält einen Duft meist besser als sehr trockene Haut. Die Pflege sollte zunächst vollständig einziehen, bevor das Parfüm aufgetragen wird.
Eine parfümierte Körperlotion kann ebenfalls geeignet sein, wenn sie zur gleichen Duftlinie gehört. Werden dagegen mehrere intensive Düfte von Parfüm, Deodorant, Duschgel und Körperlotion miteinander kombiniert, kann sich der ursprüngliche Charakter der Duftkomposition deutlich verändern.
Wie viele Sprühstöße sind ausreichend?
Eine allgemeingültige Anzahl gibt es nicht. Manche Düfte bleiben selbst nach vier Sprühstößen dezent, während bei anderen bereits ein einziger Sprühstoß ausreicht, um einen kleinen Raum mit Duft zu füllen.
Die Intensität hängt von der Konzentration der Duftkomposition, der jeweiligen Rezeptur, dem Sprühkopf, der Lufttemperatur und der Auftragestelle ab. Parfum und ein intensives Eau de Parfum sollten in der Regel sparsamer verwendet werden als ein leichtes Eau de Toilette, Eau de Cologne oder Körperspray.
Bei einem neuen Duft empfiehlt es sich, mit einem oder zwei Sprühstößen zu beginnen. Nach einiger Zeit lässt sich besser beurteilen, wie deutlich das Parfüm wahrnehmbar ist. Bei Bedarf kann anschließend noch ein weiterer Sprühstoß aufgetragen werden. Diese Vorgehensweise ist besonders im Büro, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Restaurants oder im Theater sinnvoll, wo ein sehr starker Duft für andere Menschen unangenehm sein kann.
Dabei sollte auch die olfaktorische Anpassung berücksichtigt werden. Befindet sich ein Duft längere Zeit in unmittelbarer Nähe, gewöhnt sich das Gehirn allmählich daran und schenkt ihm weniger Aufmerksamkeit. Man selbst glaubt dann möglicherweise, das Parfüm sei bereits verflogen, obwohl andere Personen es weiterhin deutlich wahrnehmen. Deshalb sollte der Duft nicht automatisch jedes Mal aufgefrischt werden, sobald man ihn selbst nicht mehr bemerkt.
Aus welcher Entfernung sollte man Parfüm aufsprühen?
Der Flakon wird normalerweise mit etwas Abstand zur Haut gehalten. So verteilt sich die Flüssigkeit als feiner Sprühnebel, anstatt als einzelner Tropfen über die Haut zu laufen. Der optimale Abstand hängt vom jeweiligen Zerstäuber ab: Manche Sprühköpfe erzeugen einen breiten, feinen Nebel, andere geben einen schmalen und konzentrierten Strahl ab.
Entscheidend ist deshalb nicht eine exakt festgelegte Entfernung in Zentimetern, sondern das Ergebnis. Das Parfüm sollte sich gleichmäßig auf einer kleinen Hautfläche verteilen, ohne herunterzulaufen.
Parfüm in die Luft zu sprühen und anschließend durch die Duftwolke zu gehen, sieht zwar elegant aus, ist aber wenig sparsam. Ein erheblicher Teil des Produkts landet auf dem Boden oder auf Gegenständen in der Umgebung. Außerdem lässt sich bei dieser Methode nur schwer kontrollieren, wie viel Parfüm auf Gesicht, Haare und Kleidung gelangt.
Kann man Parfüm auf Kleidung sprühen?
Auf Textilien hält sich ein Duft häufig länger als auf der Haut. Die Fasern nehmen einen Teil der Duftstoffe auf und geben sie nach und nach wieder an die Luft ab. Deshalb kann Parfüm auf einem Mantel, Schal oder Pullover noch nach mehreren Tagen wahrnehmbar sein.
Allerdings entwickelt sich ein Duft auf Stoff anders als auf der Haut. Kleidung besitzt weder die Körperwärme noch den individuellen Eigengeruch der Haut. Die Duftkomposition kann sich daher langsamer entfalten, und einzelne Noten können anders wirken.
Vor dem Aufsprühen sollten Material und Farbe des Kleidungsstücks berücksichtigt werden. Parfüm kann Öle, Farbstoffe und andere Bestandteile enthalten, die Flecken hinterlassen. Besondere Vorsicht ist bei Seide, Satin, hellen Stoffen und empfindlichen Materialien geboten. Das Produkt sollte zunächst an einer unauffälligen Stelle getestet werden.
Parfüm sollte außerdem nicht direkt auf Schmuck gesprüht werden. Alkohol und andere Bestandteile der Duftkomposition können mit Beschichtungen, Perlen, Natursteinen oder empfindlichen Materialien in Kontakt kommen. Sicherer ist es, zuerst das Parfüm aufzutragen, es vollständig trocknen zu lassen und erst danach den Schmuck anzulegen.
Ist gewöhnliches Parfüm für die Haare geeignet?
Haare nehmen Düfte gut auf und verteilen sie bei jeder Bewegung. Das regelmäßige Aufsprühen eines alkoholhaltigen Parfüms direkt auf die Haare kann sie jedoch austrocknen. Das gilt insbesondere für Haare, die bereits durch Färben oder häufiges Hitzestyling beansprucht sind.
Eine schonendere Alternative ist ein spezieller Haarnebel beziehungsweise ein Haarparfüm. Solche Produkte werden in der Regel unter Berücksichtigung der Eigenschaften von Haaren und Kopfhaut entwickelt.
Manchmal wird empfohlen, Parfüm auf eine Bürste oder einen Kamm zu sprühen und anschließend damit durch die Haare zu fahren. Dadurch gelangt zwar weniger Alkohol direkt auf das Haar, gewöhnliches Parfüm wird dadurch jedoch nicht zu einem Haarpflegeprodukt. Bei sehr trockenem oder empfindlichem Haar sollte man besser auf solche Experimente verzichten.
Parfüm sollte grundsätzlich nicht in unmittelbarer Nähe des Gesichts versprüht werden. Das Produkt darf nicht in die Augen, auf die Lippen oder auf die Schleimhäute gelangen.
Kann man Parfüm hinter den Ohren auftragen?
Der Bereich hinter den Ohren gilt als klassische Auftragestelle, ist aber nicht für jeden Menschen ideal. Dort kommt die Haut häufig mit Haaren, Stylingprodukten, Brillenbügeln und Schmuck in Berührung. Wird diese Stelle schnell feucht oder fettig, kann sich der Duft anders entwickeln.
Als Alternative lässt sich das Parfüm seitlich am Hals oder näher am Hinterkopf auftragen. So entsteht bei Bewegung eine angenehme Duftspur, ohne dass sich der Duft ständig direkt unter der eigenen Nase befindet.
Auch auf der Vorderseite des Halses oder im Dekolleté kann Parfüm aufgetragen werden. Diese Hautbereiche sind jedoch häufig direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Deshalb sollten die Hinweise des Herstellers beachtet werden. Parfüm gehört nicht auf gereizte Haut, und vor einem längeren Aufenthalt in direkter Sonne ist besondere Vorsicht angebracht.
Wie trägt man Parfüm bei heißem Wetter richtig auf?
Bei hohen Temperaturen verdampfen Duftstoffe schneller. Ein vertrautes Parfüm kann deshalb plötzlich intensiver und schwerer wirken. Vor allem süße, holzige, würzige und ambrige Kompositionen entwickeln bei Wärme mitunter eine besonders starke Präsenz.
Im Sommer genügt meist eine geringere Menge. Statt am Hals kann der Duft beispielsweise an den Innenseiten der Ellenbogen oder an anderen Stellen aufgetragen werden, die nicht direkt neben dem Gesicht liegen. Einen leichten Duft kann man später bei Bedarf auffrischen. Das ist angenehmer, als bereits am Morgen zu viel Parfüm zu verwenden.
Unmittelbar vor einem Strandbesuch, einem Saunagang, dem Solarium oder einem intensiven Training sollte besser auf Parfüm verzichtet werden. Schweiß, hohe Temperaturen und Sonnenschutzmittel können die Wahrnehmung der Komposition verändern. Gleichzeitig reagiert gereizte Haut empfindlicher.
Wie frischt man den Duft im Laufe des Tages richtig auf?
Vor dem erneuten Auftragen sollte man zunächst prüfen, ob das Parfüm tatsächlich nicht mehr wahrnehmbar ist. Dabei kann es helfen, kurz an die frische Luft zu gehen, den Raum zu wechseln oder eine vertraute Person zu fragen.
Hat der Duft wirklich nachgelassen, reicht meistens ein einzelner Sprühstoß. Es ist nicht notwendig, alle am Morgen gewählten Stellen erneut zu besprühen. Ein kleiner Flakon, ein Taschenzerstäuber oder ein festes Parfüm ermöglichen es, den Duft unauffällig aufzufrischen, ohne eine zu intensive Duftwolke zu erzeugen.
Parfüm sollte nicht in einen beliebigen Kunststoffbehälter umgefüllt werden. Manche Materialien eignen sich nicht für die längere Aufbewahrung von Duftkompositionen. Für unterwegs ist ein dichter, speziell dafür vorgesehener Parfümzerstäuber die bessere Wahl.
Wann sollte man besser auf Parfüm verzichten?
Parfüm gehört nicht auf gereizte, entzündete oder verletzte Haut. Auch unmittelbar nach der Rasur sollte es nicht verwendet werden, wenn es ein brennendes Gefühl verursacht. Für die Achselhöhlen ist gewöhnliches Parfüm ebenfalls nicht gedacht und es ersetzt kein Deodorant.
Treten nach der Anwendung deutliche Rötungen, Juckreiz, Schwellungen oder Hautausschlag auf, sollte das Produkt abgewaschen und nicht weiter verwendet werden. Bei einer starken oder länger anhaltenden Reaktion ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Zurückhaltung ist auch an Orten angebracht, an denen intensive Gerüche andere Menschen belasten können. Medizinische Einrichtungen, Flugzeuge, kleine Besprechungsräume und Veranstaltungen mit vielen Gästen sind nicht der richtige Ort für eine besonders kräftige Duftspur. Ein richtig dosierter Duft sollte den Raum nicht vor seinem Träger betreten.
Die häufigsten Fehler beim Auftragen von Parfüm
Einer der häufigsten Fehler besteht darin, die Haltbarkeit ausschließlich durch eine größere Menge verbessern zu wollen. Fünf zusätzliche Sprühstöße machen das Parfüm intensiver, verändern aber nicht die Verdunstungsgeschwindigkeit seiner Bestandteile.
Ein weiterer Fehler ist das ständige Aneinanderreiben der Handgelenke. Besser ist es, den Duft von selbst trocknen und sich in der vorgesehenen Reihenfolge entfalten zu lassen.
Auch das Auftragen auf trockene oder gereizte Haut ist ungünstig. Eine neutrale Feuchtigkeitscreme kann eine angenehmere Grundlage schaffen, Parfüm sollte jedoch niemals auf geschädigte Haut gelangen.
Problematisch ist außerdem das unkontrollierte Besprühen von Kleidung und Haaren. Stoffe können Flecken bekommen, während die Haare durch alkoholhaltige Produkte austrocknen können.
Ein weiterer häufiger Fehler ist das zu schnelle Auffrischen. Durch die olfaktorische Anpassung entsteht leicht der Eindruck, der Duft sei verschwunden, obwohl andere Menschen ihn weiterhin wahrnehmen.
Selbst die richtige Anwendung hilft wenig, wenn der Flakon auf einer sonnigen Fensterbank oder im feuchten Badezimmer steht. Licht, Wärme und Temperaturschwankungen können die Duftkomposition mit der Zeit verändern. Parfüm sollte gut verschlossen an einem trockenen, dunklen Ort mit möglichst gleichbleibender, mäßiger Temperatur aufbewahrt werden.
Jeder Duft entfaltet sich auf seine eigene Weise
Parfüm richtig aufzutragen bedeutet nicht, einem einzigen strengen Ritual zu folgen. Entscheidend sind der Charakter der Komposition und die Wirkung, die erzielt werden soll.
Für eine deutlich wahrnehmbare Duftspur kann das Parfüm am Hals oder in der Nähe des Hinterkopfes aufgetragen werden. Für eine dezentere Wirkung eignen sich die Unterarme und die Innenseiten der Ellenbogen. Auf Kleidung hält der Duft häufig länger, erfordert dort jedoch besondere Vorsicht. Für die Haare sind speziell entwickelte Haarparfüms die bessere Wahl.
Am zuverlässigsten lernt man einen neuen Duft kennen, wenn man zunächst nur eine kleine Menge verwendet und ihm Zeit gibt. Das Parfüm sollte nicht verrieben, nicht bereits nach wenigen Minuten erneut aufgetragen und nicht allein nach dem ersten Eindruck beurteilt werden. Erst nach einigen Stunden zeigt sich, wie der Duft mit der eigenen Haut harmoniert und an welcher Stelle er sich am schönsten entfaltet.
Ein Parfüm sollte Teil des persönlichen Erscheinungsbildes sein und nicht mit ihm konkurrieren. Wird ein Duft bewusst und maßvoll aufgetragen, beherrscht er nicht den ganzen Raum, sondern begleitet seinen Träger – manchmal deutlich wahrnehmbar und manchmal beinahe unmerklich.
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